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Hie
befinden sich die Biker auf dem nördlichen Teil der Meseta
(la mesa = der Tisch), des rund 200 000 km² großen kastilischen
Hochlands. Über die Orte Ermita de San Cristóbal (760 m), Itero de
la Vega (770 m) und Otero Largo (860 m) führt der Weg nach
Boadilla del Camino (780 m), einen Ort mit rund 130 Einwohnern.
Hier steht auf einem Platz hinter der Kirche der Rollo
jurisdiccional, eine spätgotische reichlich verzierte
Gerichtssäule aus dem 14. Jahrhundert. Der Rollo war in Kastilien
der Ort, an dem die richterliche Gewalt vollzogen bzw. vollstreckt
wurde. Zu diesem Zweck wurden die Verurteilten an die Säule
gebunden.
Es folgen Frómista
(790 m), mit rund 800 Einwohnern ein größerer Ort, der bereits zur
Zeit der Kelten und der Westgoten existierte, Problación de Campos
(790 m), Villovieco (790 m), Villarmentero de Campos (790 m), ein
Ort mit 11 Einwohnern und einer Kirche (!), Villalcázar de Sirga
(800 m) und Carrión de los Condes (840 m), eine Kleinstadt
mit ca. 2300 Einwohnern. Der Ort bestand schon in der vorrömischen
Zeit. Es lohnt sich, hier kurz anzuhalten. Das Benediktinerkloster
San Zoilo aus dem 11. Jahrhundert hat einen wunderschönen rund 500
Jahre alten Kreuzgang. Außerdem gibt es noch vier sehenswerte
Kirchen und ein weiteres Kloster (Santa Clara).
Über Abadia de nostra
Señora di Benevivere (828 m), Calzadilla de la Cueza (870 m),
Ledigos (870 m), Terradillos de los Templarios (880 m), Moratinos
(860 m), San Nicolás del Real Camino (840 m) und Ermita Virgen del
Puente (815 m) führt der Weg zum Zielort Sahagún (815 m),
einer Kleinstadt mit römischen Wurzeln. Im 9. Jahrhundert wurde hier
ein Kloster gegründet. Für den Aufschwung war die Lage am Jakobsweg
verantwortlich (wie bei vielen anderen Pilgerorten). Im Jahr 1085
wurde der Ort mit königlichen Privilegien ausgestattet, eine (heute
noch funktionstüchtige) Brücke wurde gebaut (über den Rio Cea) – und
schon kamen die Pilger, um dort Rast zu machen oder auch ganz dort
hängenzubleiben. Weitere königliche Vergünstigungen sorgten dafür,
dass Sahagún zur mächtigsten Abtei am Camino Francés wurde. Im 18.
Jahrhundert ging’s abwärts in die Bedeutungslosigkeit. Sehenswert
sind die Iglesia San Tirsi, die Iglesia San Lorenzo und die
Klosterkirche der Virgen Peregrina. Weitere Reste des Klosters sind
noch erhalten, u.a. das Benediktstor (Arco de San Benito), der
frühere Eingang zum Klosterbereich. |