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Literarisches von Alfred Keil alias Angelo Niklas

 

21. Februar 2021

Alfred Keils Kolumne

... EIN TELEFONAT. Wie so viele andere, die ich um Mitternacht mit meinem Sohn in Montréal geführt habe. In diesem Gespräch erinnerten wir uns vor allem an unsere Verwandten, Bekannten und Nachbarn. Und wir riefen ihre Haus- und Spitznamen fröhlich über den Großen Teich.

Mein Nachbar hinter den Busecker Weiden heißt unter den Insidern „Holsteiner“. Tante Liesel gehört der Beuerner Familie an, die „Steffels“ genannt wird. Das große Vorbild meiner Knabenzeit war der „Paffe“ Alfred.

Ja, auch ich besitze einen solchen Namen. Die Alten in Beuern, wo ich auf die Welt kam, rufen heute noch „Keiphelebb!“, wenn sie mich sehen. „Keiphelebb“. Das verstehen nur die, die des Oberhessischen noch mächtig sind. Allen anderen muss ich es übersetzen: Keil Philipp. Mein Vater und sein Vater trugen beide diesen Namen. Da sie aus Hattenrod stammen, besaßen sie in Beuern keinen überlieferten Hausnamen. Sehr schnell hießen die Männer aus Hattenrod, der „Försteropa“ und der Lehrer Keil, später dann auch ich, „Keiphelebb“. Der Holsteiner von nebenan, der das irgendwo aufgeschnappt hatte, hat diesen Stempel vor Jahren auch meinem Sohn Ragnar aufgedrückt. Mein Enkel Gunnar ist in Buseck schon „Der Kanadier“ genannt worden, weil er in Montréal aufgewachsen ist.

Als frischgebackener Vater trug ich meinen Sohn sehr oft in einem großen Henkelkorb spazieren. Einmal waren er, seine Mutter und ich in Marburg  unterwegs. Zu dritt hatten wir am Schloss auf einer niedrigen Mauer Platz genommen. Marie Pierre und ich genossen ein großes Eis. Der Lütte genoss sein Fläschchen. Da näherte sich flotten Schrittes eine Frau, deutete auf den Knirps im Korb und rief: „Doas eas en Keiphelebb!“

In einer Art heiligem Schrecken gab ich zurück: „Ich sei aach en Keiphelebb!“ Sie lachte mir ins Gesicht: „Wääß ich doch!“ Und bevor ich fragen konnte, wer sie denn sei, verschwand sie hinter der nächsten Ecke.

Sehr viel später ging mir endlich ein Licht auf. Die Frau, die uns im fernen Marburg an der „Schirb“, also am Gesichtsausdruck, erkannt hatte, war die Beuerner Hebamme „Hinkels Else“, die Nachfolgerin der noch berühmteren „Hubersch Wäs“.

Wenn mein Enkel das nächste Mal nach Buseck kommt, werde ich unseren Namen an ihm ausprobieren: „Keiphelebb“.  

 

 

 

 

 

 

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