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Literarisches von Alfred Keil alias Angelo Niklas

 

31. Dezember 2020

Alfred Keils Kolumne

... EINE JAHRTAUSENDWENDE. Das christliche Abendland hat nun schon zwei davon hinter sich gebracht. Die erste ging so dramatisch vonstatten, dass mancher Zeitgenosse dabei auf der Strecke blieb. Die Erwartungshaltung der von den Priestern indoktrinierten Massen war so angespannt, die Angst vor dem richtenden Christus so groß, dass viele, als die Glocken zu läuten begannen, schlichtweg der Schlag getroffen hat.

Beim zweiten Mal blieben die Menschen ruhiger. Die Hysterie erschöpfte sich mehr oder weniger in der Befürchtung, dass die Tiefkühltruhe explodieren oder implodieren könnte. Die Corona-Pandemie kommt eigentlich 20 Jahre zu spät. Sie hätte besser zum Jahr 2000 gepasst.

Was haben uns die ersten Jahre des dritten Jahrtausends gebracht? Auf Anhieb fallen mir zwei Ereignisse ein: Amerika entschied sich für einen Präsidenten, der die Welt jederzeit in einen neuen Krieg hätte stürzen können. Und die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gewann zum vierten Mal die Weltmeisterschaft, um vier Jahre später zum Kanonenfutter zu werden.

Natürlich hat das begonnene Jahrtausend noch einiges mehr mit sich gebracht. Den Euro, zum Beispiel, mit dem beileibe nicht alle Deutschen zufrieden sind. Der Frankfurter Künstler Vollrad Kutscher war lange mit dem Schlagbohrer unterwegs, um rote Pfennige in Pflastersteine zu setzen, damit unsere gute alte Währung nicht in Vergessenheit gerät.

Beängstigend sind die Ergebnisse des weltweit größten Schulleistungstests „Pisa“, der eine deutsche Bildungskatastrophe offenbarte. Alle, die Putzfrau und der Minister, regten sich öffentlich darüber auf. Alle wussten und wissen, wie Abhilfe zu schaffen ist. Manche verlangten gar, dass Harry Potter in die Lehrpläne aufgenommen wird.

Auch dass unsere Bäume sterben, lässt inzwischen fast jeden kalt. Hinter den Masken, die zur Zeit von fast allen getragen werden, lauert nur noch diese eine Angst. Die Angst vor Corona. Bin mal gespannt, ob die Impfung, die jetzt angelaufen ist, Abhilfe schafft oder ob sie neue Probleme mit sich bringt. Und was ist mit der plötzlichen Corona-Mutation?

In seinem schönen Comic „Julchen“ schreibt Wilhelm Busch, was alle immer wieder zitieren: „Eins, zwei, drei! Im Sauseschritt läuft die Zeit, wir laufen mit.“ Vielleicht ist es die Angst vor dem Zeitverlust, die die Zeitgenossen immer dazu getrieben hat, in der Nacht zum 1. Januar einen solchen Radau  zu veranstalten.

Der letzte Tag im Jahr müsste eine ganze Woche dauern. Dann könnten wir viele Versäumnisse wieder wettmachen. Noch zwei, drei wichtige Mails vom Stapel lassen, einen Kranken anrufen, mit Freunden um einen heimischen Berg wandern, anschließend ein Glas mit ihnen trinken und ein altes Lied mit ihnen singen.

Ein frohes Neues Jahr euch allen!

Der Siegeszug des Aids-Virus scheint im Sand verlaufen zu sein. Allzu gewaltig schwappt Corona über den Blauen Planeten hinweg. Auch von den unzähligen Kindern, die zur Prostitution gezwungen werden, redet niemand mehr. Und über die Bitte nicht weniger Fußballfans, Pele solle sich endlich klonen lassen, kann keiner mehr lachen. Der brasilianische Ausnahmefußballer hat diese Bitte außerdem jedes Mal (kichernd) abgelehnt.

 

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