Alten-Buseck Beuern Großen-Buseck Oppenrod Trohe

 

 

 
 

Zum Eingang

Was war los?

Vereine

Marktplatz Buseck
Einkaufen
Dienstleistung
Handwerk
vor der Haustür

Fakten und Historisches

Literarisches

Medizinische
Versorgung

Aus dem Rathaus

Kirchen

Öffentliche Einrichtungen

Gaststätten
Hotels

Ortspläne und
Straßenverzeichnis von Buseck

Jahresrückblicke
2002/2003/2004

Impressum

eMail an uns

Literarisches von Alfred Keil alias Angelo Niklas

 

13. September 2020

Alfred Keils Kolumne

... EINE MAROTTE. Natürlich nicht die erste und einzige in meinem langen Leben. Aber die ausgefallenste.

Nach Briefmarken, alten Münzen und Stöcken aus den Wäldern der Welt (hier geht es schon los!) sammelte ich nämlich Lautmalereien. Neben Endreimen und Stabreimen auch Iterationen (Wiederholungen) und Reduplikationen (Verdoppelungen). Manchmal kann ich das eine vom andern nicht unterscheiden.

Die erste Reduplikation, die mir begegnete, lieferte unser Försteropa, der, lange nachdem er kein Jagdgewehr mehr angerührt hatte, den Bügel seines Spazierstocks an die Schulter zog und vor Freude in den Himmel schoss: „piff-paff!!“ - Aus beiden Schrotläufen seines Drillings pfiff und krachte das Blei durch die Luft: „piff-paff!!!“

Und wir Kinder freuten uns, weil er sich freute. Er freute sich immer, wenn wir ihn und die Försteroma im Beuerner Forsthaus besuchten.

Die erste Iteration meines Lebens hörte ich aus dem Mund eines Gießener Studienrats während der Aufnahmeprüfung fürs Gymnasium: „Techtelmechtel“.

Diese alte Vokabel verwendet heute kaum noch einer. Sie bedeutet nichts anderes als Liebelei oder heimliches Stelldichein. Womöglich stammt das Wort vom italienischen „teco meco“ (du mit mir und ich mit dir). Und das wiederum ist eine Ableitung vom lateinischen „tecum mecum“, was ganz genau dasselbe bedeutet.

Hier noch ein paar wunderbare Beispiele aus meiner Sammlung: „Schicht im Schacht“, „Der Name Scheld geht um die Welt“, „Larifari“, „Heckmeck“ (dummes Gerede), „Simsalabim“, „Hokuspokus“, „huckepack“, „Zilp-Zalp“ (der Name eines Singvogels), „klipp, klapp“ (aus dem Lied „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“), „rucke di guck oder „rucke di guh“ (aus dem Märchen „Aschenputtel“), „kikeriki“, „huschhusch“, „schnippschnapp“, „Wirrwarr“, „ri ra rutsch“, „klipp und klar“, „mit Ach und Krach“, „in Saus und Braus“, „alles, was kreucht und fleucht“ (alles, was kriecht und fliegt).

Und zu guter Letzt noch eine Reduplikation mit Endreim: „Zicke-zacke, zicke-zacke: Hühnerkacke!!“

Viel Spaß nun beim Entdecken solcher Besonderheiten, die unsere Sprache einst so lebendig machten!

 

 

 

_____________________________

Dieser Text als PDF-Datei

Frühere Beiträge:

13. September 2020 Es war einmal eine Marotte | 30. August 2020 Es war einmal ein Tellerwäscher | 16. August 2020 Es war einmal ein Brummer | 2. August 2020 Es war einmal eine Pause | 19. Juli 2020 Es war einmal ein Paradies | 5. Juli 2020 Es war einmal eine Aussenseiterin | 21. Juni 2020 Es war einmal eine Pandemie | 7. Juni 2020 Es war einmal ein junger Mann | 31. Mai 2020 Es war einmal ein Beifahrer | 24. Mai 2020 Es war einmal ein Friseur | 10. Mai 2020 Es war einmal ein Termin | 3. Mai 2020 Es war einmal ein Volontär | 12. April 2020 Es war einmal eine Nachtschwester | 5. April 2020 Es war einmal eine Plauderei | 29. März 2020 Es war einmal eine Angst | 22. März 2020 Es war einmal ein Schulheft | 15. März 2020 Es war einmal ein Hut | 8. März 2020 Es war einmal eine Ratte | 1. März 2020 Es war einmal eine stille Stunde | 16. Februar 2020 Es war einmal ein Sprüchlein | 9. Februar 2020 Es war einmal ein Freund | 2. Februar 2020 Es war einmal ein Abschied | 26. Januar 2020 Es war einmal ein Winter |

 

Beiträge 2019 | Beiträge 2018 | Beiträge 2017 | Beiträge 2016

 

 

 
Anzeigen