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Literarisches von Alfred Keil alias Angelo Niklas

 
20. November 2022

Alfred Keils Kolumne

... EIN NACHBAR. Sein Name lautete Wolfgang, und er war immer hilfsbereit und gut gelaunt.

Eines Nachmittags saß ich im kleinen Baum und pflückte eifrig Kirschen. Plötzlich zog jemand an meinem Hosenbein. Es war Wolfgang, der mich mahnte: „Alle sind schon da. Nur du fehlst noch. Komm herunter, die roten Dinger sind morgen auch noch reif.” Da das Eimerchen ohnehin schon voll war, gehorchte ich und begab mich auf den Hof schräg gegenüber. Da klang es bereits wie auf der Busecker Kirmes. Alle wedelten mit einer Bierflasche, einige sangen schöne alte Volkslieder. Da kam Toni um die Ecke, schnappte mich und wirbelte mich ganz schön durch die Gegend. Ihr Mann lag auf einem Liegestuhl und lachte und lachte. Wolfgang hatte Mitleid mit mir, befreite mich mühsam und drückte mir eine Flasche Bier in die Hand. Toni hatte längst einen neuen Tanzpartner gefunden.

Nach einer Weile schlug Uschi, Wolfgangs Frau, einen Gong und erklärte, warum Nachbarn und Freunde eingeladen waren: Sie hatte Geburtstag!

Den wievielten hielt sie geheim. Die meisten schimpften, weil sie kein passendes Geschenk mitgebracht hatten. Trotzdem ging es weiter hoch her.
 

Die ersten verabschiedeten sich gegen drei am Morgen. Ich hörte um fünf Uhr auf, Bier zu trinken, weil ich vier Stunden später zur Blutuntersuchung musste. Ich gestand dem Arzt unsere Feier und fragte, ob der Test zu verschieben sei. „Schaun mer mal”, sagte er, und setzte die Nadel an. Am nächsten Morgen grinste er verschmitzt: „Machen Sie jedes Mal vorher einen drauf. So gut waren Ihre Werte noch nie.”

Wolfgang machte sich plötzlich rar. Er magerte ab und ging nicht mehr vor die Tür. Die Freunde trafen sich wieder auf dem Friedhof. Wolfgang hatte uns verlassen.

Auch Toni und Dolf sind inzwischen von uns gegangen. Wie Anna und Willi auch.

An den Totengedenktagen fallen mir die lieben Verstorbenen alle wieder ein. So, als ob sie immer noch neben mir lebten.

 

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