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Literarisches von Alfred Keil alias Angelo Niklas

 

18. August 2019

Alfred Keils Kolumne

... EINE HOFFNUNG, von der besonders die junge Generation der abendländischen Welt ergriffen wurde. Hand in Hand mit der Studentenrevolte der späten 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts beeinflusste sie das öffentliche Leben. Diese Hoffnung mündete in die so genannte Hippiekultur, die Menschenwürde, Toleranz, Mitgefühl, Vielfalt und freie Liebe auf ihre Fahne geschrieben hatte.

Vom 15. bis 18. August 1969 feierte eine halbe Million junger Amerikaner und Europäer auf dem Gelände eines Milchbauernhofs in Bethel, New York, ein Open-Air Musikfestival, das als Höhepunkt der gesamten Hippiebewegung gilt. Dieses Festival wird heute kurz „Woodstock“ genannt, weil es 70 Kilometer südwestlich dieses Ortes inszeniert wurde. 32 Bands und Solokünstler verschiedener Musikrichtungen wie Folk, Rock, Country und Blues gaben sich hier ein Stelldichein. Heute noch bekannt sind vor allem Jimmy Hendrix, Janis Joplin, Joe Cocker und Santana.

Das alles sollte vom 15. bis 18. August 2019 eine Neuauflage erfahren. Im Rahmen einer 50-Jahr-Feier, so zu sagen. Doch nachdem die gesamte Hippiekultur mit den Jahren im Sande verlaufen ist, fiel nun auch das Jubiläum ins Wasser. Die Organisatoren klagten schon im Frühling über eine Serie von Rückschlägen. Zum einen hatten sich nicht genügend Künstler angemeldet, zum anderen war schon im April der Hauptinvestor ausgestiegen. Watkins Glen im Norden des Staates New York - aber auch andere Plätze waren im Gespräch - geht nun nicht mehr in die Geschichte ein. Ein Dreispalter in den Gazetten - das ist alles.

Aus der Geschichte nicht mehr zu tilgen ist jedoch das bunte, fröhliche Hippievolk. Warum, so fragen sich viele, ist es von der Bildfläche verschwunden? Etwa wegen des zügellosen Rauschgiftkonsums?

Es gibt eine Gruppe von C.G. Jung-Therapeuten, die das Suchtverhalten der westlichen Gesellschaft auf das Verschwinden von Ritualen zurückfuhrt. Wenn diese Psychologen Recht behalten, dürfte auch das kurze Hippiezeitalter deshalb versunken sein. Die Hippies glaubten tatsächlich, ohne Sitten und Gebräuche leben zu können. Aber die Freiheit von allen Zwängen war nicht Lebensfunke, nicht  Antrieb genug. Unsere Vorfahren hatten es da viel einfacher, denn für sie galt in allen Lebensbereichen die einende Sinnformel „Gott“. Heute wird die Orientierung täglich schwerer, weil sich die Palette der Möglichkeiten, Informationen und Reize stündlich verbreitert. Wer sich nicht abgrenzt gegen diese Flut, verliert am Ende noch den Verstand.

Trotzdem bin ich dankbar dafür, dass es Woodstock 1969 gegeben hat.

 

 

 

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