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Literarisches von Alfred Keil alias Angelo Niklas

 

16. Dezember 2018

Alfred Keils Kolumne

... EINE Kirmes in der Beuerner Nachkriegszeit. Aus einem Lautsprecher hörte ich plötzlich Freddy Quinns Seemannslied "Die Mary Ann". Dieser Schlager wurde zum ersten Ohrwurm meines Lebens: "Es gab so viele Schiffe so schön und groß, / die Mary Ann aber ließ ihn nicht los."

Da geht es um einen Matrosen, der es bis zum Kapitän bringt, um dann mit seinem Segelschiff in einem Orkan vor der Hudson Bay unterzugehen.

Ich gab nicht eher Ruhe, bis ich den vollständigen Text notiert hatte. Im Schullandheim auf dem Kniebis sang ich "Die Mary Ann" während unserer Abschiedsfeier und erntete gehörigen Applaus.

Jahre danach, wir wohnten inzwischen in Großen Buseck, hörte ich aus dem Zimmer meiner Schwester Johnny Cash. Sofort fasste ich eine tiefe Zuneigung zu diesem Enkel einer Cherokee-Indianerin. Nie vorher und nie nachher klang Country Music so vollkommen wie aus seinem Mund. Aber als er "Mary Ann" auf Englisch vortrug, war ich tief enttäuscht. Denn seine Interpretation klang – lahmarschig.

Johnny Cash sang den Originaltext: In "Sixteen Tons" geht es um das Aufbegehren amerikanischer Bergarbeiter gegen die Lohnsklaverei. Wer Englisch kann, sollte sich diesen Protest auf der Zunge zergehen lassen.

Im August 1969 feierte die aufmüpfige Jugend der Welt das Woodstock-Festival. Damals kam Joe Cocker groß heraus. Später, die langen Haare waren ihm schon ausgefallen, da sang er "Sixteen Tons". Vergessen waren Freddy Quinn und Johnny Cash. Ich saß im alten Fernsehsessel meiner Mutter und staunte.

Noch andere haben sich an den 16 Tonnen versucht, zum Beispiel Pete Seeger und Tom Jones. Aber das interessierte mich nicht mehr. Joe Cocker galt mir nun als das Maß aller Dinge.

Wer die Bergarbeiter vergangener Tage auf diese Weise verewigt hat, ist im Internet nicht mit Bestimmtheit zu erfahren. Die einen sagen, der Song stamme von George Davis, der in den 1930er Jahren selbst Kohle "boxte". Die anderen schreiben diese starken Verse und die adäquate Melodie Merle Travis zu. Wieder andere rücken den Titel in die Nähe der Volkslieder.

Nun sang ich nicht mehr von einem romantischen Viermaster, sondern von der Tatsache, dass Menschen andere Menschen ausbeuten. In der Weilburger Straße in Löhnberg haben mir meine Nachbarn Rolf und Hannelore zugehört, als ich endlich auch die Gitarrenbegleitung dazu beherrschte. Mein Freund Sir William brachte mich auf den Dreh.

Heute versuche ich es noch einmal. Freddy Quinn – Johnny Cash – Joe Cocker – Alfred Keil – "Sixteen Tons".

 

SIXTEEN TONS

Now some people say a man is made out of mud.
But a poor man is made out of muscle and blood.
Muscle an blood and skin an bone,
A mind that's weak and a back that's strong.

R: You load sixteen tons and what do you get?
Another day older and deeper in debt.
Saint Peter, don't you call me, cause I can't go,
I owe my soul to the Company Store.

I was born one morning, when the sun didn't shine.
I picked up my shovel and walked to the mine.
I loaded sixteen tons of number nine coal,
And the straw boss hollered: "Well, bless my soul!"

I was born one morning in drizzling rain;
Fighting and Trouble is my middle name.
I was raised in the bottoms by a mama hound –
I'm mean as a dog, but I'm gentle as a lamb.

If you see me coming, you better step aside;
A lot of men didn't and a lot of men died.
I got a fist of iron and the other of steel,
If the right don't get you, then the left one will.

 

 

 

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